20. Juli 2011

Fachtag „Transkulturelles Lernen – präventiv, interventiv, konjunktiv?“

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Etwa 50 Fachfrauen und Fachmänner aus drei Bundesländern und Berlin folgten der Einladung des Projektes „Begegnung mit Respekt“ der Katholischen Erwachsenenbildung im Land Sachsen-Anhalt e.V. (KEB) und der Friedrich-Ebert-Stiftung im Rahmen des Fachtages „Transkulturelles Lernen – präventiv, interventiv, konjunktiv?“ am 20. Juni 2011 in das Gesellschaftshaus Magdeburg, um über eine geschlechtergerechte Bildung sowie über ein demokratisches und tolerantes Miteinander zu diskutieren.

Die Veranstalter zeigten sich mit den fachlichen Impulsen sowie den Ergebnissen sehr zufrieden.

Die Zahl der Teilnehmer und Teilnehmerinnen belegt sowohl, dass die Förderung und Unterstützung junger Menschen in den Bereichen Demokratieförderung und Demokratieerziehung bereits einen hohen Stellenwert in der pädagogischen Arbeit erreicht hat als auch, dass in vielen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe wie auch in der Erwachsenenbildung für dieses wichtige Thema sensibilisiert werden muss.

Nach den Grußworten von Dr. Ringo Wagner, Friedrich-Ebert-Stiftung, und Herrn Ludger Nagel, Geschäftsführer der Katholischen Erwachsenenbildung im Land Sachsen-Anhalt e.V., wurde von Herrn Wolfgang Beck, Ministerium für Soziales und Arbeit, insbesondere hervorgehoben, dass im Zuge des drohenden Fachkräftemangels die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ebenso wichtig ist wie die Anstrengung, junge gut ausgebildete Menschen im Bundesland Sachsen-Anhalt zu halten.

Die bundesweit renommierte Wissenschaftlerin Frau Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning stellte deutlich die Zusammenhänge zwischen Geschlechtlichkeit, Religiosität und (eigenen) Wertvorstellungen sowie Diskriminierung und Ausgrenzung dar. Boos-Nünning hierzu: „Auf Grund gesellschaftlicher Vielfalt kann von den Migrantinnen und Migranten eine Verfassungstreue erwartet werden, aber eine Wert- und Erwartungsloyalität fällt in die Privatsphäre eines jeden Individuums, ganz gleich welcher Herkunft!“

Anschließend betonte Frau Denise Kürschner von der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt, dass der Abbau von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus nur gelingen kann, wenn sich die Menschen ihrer eigenen kulturellen Prägungen bewusst werden.

Die im Weiteren vorgestellten Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse im Projekt „Begegnung mit Respekt“ der KEB (gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt sowie im Rahmen des Operationellen Programms 2007–2013 aus dem Europäischen Sozialfonds) dienten als Einstieg in eine Diskussion über die Chancen und Grenzen der Umsetzung Transkulturellen Lernens in Sachsen Anhalt. Vertieft wurde dies in drei praxisorientierten Workshops von Miteinander e.V., Arbeit und Leben und dem Friedenskreis Halle.

Flyer Fachtagung (*.pdf/105kB)