1. Dezember 2011

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeshauptstadt Magdeburg für Interkulturelle Kompetenz zertifiziert

Am 1. Dezember 2011 schlossen 19 Ausbilder_innen der Landeshauptstadt Magdeburg ihre Qualifizierung zum_zur „Ausbilder_in mit Interkultureller- und Genderkompetenz“ ab. Damit sind sie gerüstet für den globalisierten Alltag in den verschiedenen Einrichtungen und Institutionen der Stadt und werden ihre Kenntnisse als Multiplikatoren in der Ausbildung und Anleitung von Auszubildenden der Stadtverwaltung weiter vermitteln.

Die Globalisierung ist längst in Sachsen-Anhalt angekommen, interkulturelle Begegnungen nehmen zu, insbesondere in Einrichtungen des öffentlichen Lebens. Damit diese Begegnungen gelingen, nahmen die Mitarbeiter_innen der Stadtverwaltung Magdeburg an der Fortbildungsreihe zur Förderung von Interkultureller- und Gender-Kompetenz teil. Die zehn Tage umfassende Qualifizierung begann bereits im Januar 2011 und endete am 1. Dezember 2011 mit der Übergabe der Teilnahmezertifikate und einer abschließenden Auswertung der Lernprozesse des gesamten Jahres. Die Teilnehmer_innen setzten sich vor allem mit ihren eigenen Erfahrungen zum Thema auseinander. Die Projektreferent_innen Cathrin Kubrat und Mathias Kühne sind sich einig: „Wir haben sehr engagierte, offene und interessierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Stadt kennengelernt, aber der Weg zu einer toleranten und weltoffenen Stadt muss kontinuierlich gegangen werden.“ Einige Teilnehmer_innen berichteten, wie sehr sich ihre gesamte Wahrnehmung durch die Fortbildung verändert hat. So geht die Stadt Magdeburg mit gutem Beispiel voran in Richtung Weltoffenheit, Toleranz und Integration in Sachsen-Anhalt. In einer abschließenden angeleiteten Auswertungsrunde in Form einer fiktiven Pressemitteilung äußerten sich einige Seminarteilnehmer_innen wie folgt:

  • „Magdeburg, 01.12.2011: Im Rahmen der Veranstaltung „Begegnung mit Respekt“ wurde den Teilnehmer_innen in verschiedenen Methoden eine neue Sicht auf andere Kulturen, der Umgang mit Vorurteilen und die Art der Integration näher gebracht. Dabei erfuhren die meisten Teilnehmer_innen eine Selbstreflexion, in deren Ergebnis zukünftig – im beruflichen und im privaten Bereich – ein offenerer Umgang mit allen Mitmenschen ermöglicht wird.“

Einige Teilnehmer_innen formulierten den Wunsch, die Seminarreihe „Begegnung mit Respekt“ würde ab sofort eine Pflichtveranstaltung für alle Mitarbeiter_innen der Landeshauptstadt. Über ihre eigenen Erfahrungen konstatieren sie:

  • „Die Veranstaltung kann als großer Erfolg gewertet werden, da durch die Stadtverwaltung, Personalvertretung und den Stadtrat diese Veranstaltung einvernehmlich unterstützt wurde. Diese Zustimmung vom Projekt begrüße ich, da ich sehr viel Wissen bei meiner täglichen Arbeit anwenden kann!“
  • „Besonders beeindruckt hat am 3. Seminartag das „Ost-West-Memory”. Dabei wurde festgestellt, wie unterschiedlich die Kulturen sind. „Hamburger und Gesprächsspirale“: wie einfach Missverständnisse entstehen, ohne böse Absichten, sind wir Deutsche doch zu direkt. Am 7. Seminartag: „Respekt“ nicht definierbar und gut: Übung: „Drei Mitreisende, bitte!“. Gut waren alle Warming Ups und dass der Besuch der „Anne Frank-Ausstellung“ ermöglicht wurde.“
  • „Die Mannschaft des 1. FC Stadtverwaltung befand sich in einem 10-tägigen Trainingslager zu „Begegnung mit Respekt“. Neben mehreren Trainingseinheiten am Vormittag und Nachmittag stand nach dem Mittagessen ein bewegtes Spiel auf dem Plan. Noch heute wird bei Familie J. das „Ganzkörperknobeln“ praktiziert. Die beiden Coachs waren mit den Trainingsergebnissen sehr zufrieden. Erwartet wird aber auch, die Trainingseindrücke im Ligabetrieb umzusetzen. Gefragt zu seinen bleibenden Eindrücken sagte Herr J.: ‚Danke schön! Jederzeit wieder, Schade, es ist vorbei!‘“

Weitere (mündliche) O-Töne der Seminarteilnehmer_innen:

  • „… das Seminar war erfolgreich, meine Erwartungen wurden voll übertroffen!“
  • „Besonders die Auseinandersetzung mit dem Projekttitel „Begegnung mit Respekt“ war interessant, verschiedene Sichtweisen und verschiedene Gedanken: schon wenn wir Menschen sehen, wird rein interpretiert, ohne den Menschen zu kennen (z.B. Übungen wie „Drei Mitreisende, bitte!“, „Wie im wahren Leben“, „Zeichendiktat“).“
  • „…das Seminar hat sehr vom pädagogischem Team, Frau Kubrat und Herrn Kühne gelebt, mit anderen Referent_innen wäre es vielleicht nicht so schön gewesen…“
  • „Ich hatte Angst, nicht in die Gruppe rein zu finden. Aber durch den Arbeitsstil des Projektes war ich sofort in der Gruppe. Ich konnte mich gar nicht dagegen wehren. (Seminarteilnehmerin nahm erst ab dem 5. Seminartag an der Qualifizierung teil.)“
  • „Ich fühlte mich nie vorgeführt! In anderen Seminaren habe ich das schon – bei Rollenspielen – erlebt.“

Auch die Landeshauptstadt Magdeburg hat deutliches Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit signalisiert. Da aktuell an der Gefahr rechtsextremer Gedanken und Taten kein Zweifel mehr besteht, sollten solche erfolgreichen Arbeitsansätze dringend auch weiterhin finanziert werden.